Protest gegen Wilhelm-Leuschner-Preis-Vergabe

erstellt von Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 — zuletzt geändert: 2017-11-23T10:45:43+01:00
Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 protestiert gegen die Vergabe des Wilhelm- Leuschner-Preises an Roland Koch

Mit Empörung hat der Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 zur Kenntnis genommen, dass die Wilhelm-Leuschner-Medaille in diesem Jahr dem ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch verliehen werden soll. Damit verstoße der hessische Landtag, der die Auszeichnung vergibt, gegen den Geist des Widerstandskämpfers Wilhelm Leuschner, der für seinen Einsatz gegen das Hitler- Regime 1944 mit dem Tode bestraft wurde.

Roland Koch hatte während seiner Regierungszeit für scharfe Kontroversen gesorgt, als seine Partei behauptete, ihre schwarzen Kassen seien mit den Vermögen jüdischer Emigranten gefüllt worden. Darüber hinaus initiierte Koch rassistische Unterschriftsaktionen gegen die doppelte Staatsbürgerschaft von MigrantInnen und schmälerte die rechte von ArbeitnehmerInnen durch die Missachtung von Tarifverträgen.

„Für die Mitglieder des Studienkreises – unter dessen Gründern ehemalige WiderstandskämpferInnen oder deren Nachkommen vertreten sind – ist es aus diesen Gründen unerträglich, dass die höchste Auszeichnung des Landes Hessen an Roland Koch verliehen werden soll. Damit wird die in der Vergangenheit verliehene Medaille an ehemalige WiderstandskämpferInnen und DemokratInnen nachträglich herabgewürdigt“, so der Vorstand des Studienkreises.

Der Studienkreis fordert außerdem, dass der hessische Landtag das Alleinentscheidungsrecht für die Vergabe der Medaille des Ministerpräsidenten abschafft. Vielmehr solle ein unabhängiges Gremium gebildet werden, das unter Beachtung der für die Verleihung aufgestellten Grundsätze im Geiste Wilhelm Leuschners die Personen auswählt, denen die Auszeichnung verliehen wird.

Der Studienkreis unterstützt nachdrücklich den Aufruf zu einer Protestkundgebung anlässlich der Verleihung am 1. Dezember in Wiesbaden und ruft seine Mitglieder auf, sich daran zu beteiligen.

Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945,

www.widerstand-1933-1945.de

Pressemitteilung, Frankfurt, den 21.11.2017