Film: Cyankali

erstellt von Filmforum Höchst — zuletzt geändert: 2020-02-21T20:40:44+01:00
von Hans Tintner (D 1930, 91 min.) mit Einführung. Reihe „Arbeit und Leben im Film der Weimarer Republik­“
  • Wann 29.02.2020 von 18:30 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Filmforum Höchst, Emmerich-Josef-Str. 46a
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CYANKALI basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück des Mediziners, Schriftstellers und Dramatikers Friedrich Wolf und spielt im Berliner Arbeiter­milieu zur Zeit der Wirtschaftskrise 1928/29. Er beschreibt den Arbeitsalltag, die Liebe, die Schwangerschaft und den Tod der jungen Büroangestellten Hete Fent, authentisch dargestellt von der Grete Mosheim.

Hete ist eine der zigtausend Frauen, die sich damals aus wirtschaftlicher Not für eine Abtreibung entschieden und an den Folgen der Abtreibung lebenslange Schäden davontrugen oder starben. Denn eine Abtreibung aus sozialen Gründen („soziale Indikation”) war verboten, so dass die Betroffenen bei Kurpfuschern („Engelmacher/innen”) landeten, die die Abtreibung unter Anwendung zweifelhafter Methoden, jenseits jeder medizinischen Kunst durchführten.

So wird CYANKALI zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in sozialer Not.

Der Film wurde wiederholt zensiert, auch noch nach der Uraufführung am 23.05.1930, und erst am 12.12.1930 nach zahlreichen Schnitten von der Film-Oberprüfstelle beim Deutschen Institut für Filmkunde e.V. für öffentliche Vorführungen zugelassen. Aus zehn Akten Film mit 2.500 m waren zehn Akte mit 2.408 m geworden. Kurz nach der Machtergreifung durch die NSDAP wurde CYANKALI endgültig verboten.

Eintritt 7 € (Frankfurt-Pass 3,50 €)