Vom gewerk­schaft­li­chen Kampf um das Erträg­lich­ma­chen

erstellt von farbeROT — zuletzt geändert 2024-02-22T15:15:59+02:00
einer untaug­li­chen Ein­kom­mens­quel­le und von der trost­lo­sen Wahr­heit des stol­zen Rechts auf gewerk­schaft­li­chen Arbeitskampf. Diskussionsveranstaltung zum Tarifkampf bei der Deutschen Bahn
  • Wann 29.02.2024 ab 19:00 Uhr (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Studierendenhaus, Raum K3, Mertonstr. 26
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Anfang 2024 sieht sich die Gewerk­schaft deut­scher Lok­füh­rer dazu genö­tigt, ihren bis­her längs­ten Arbeits­kampf bei der Bahn aus­zu­ru­fen und den Güter- und Per­so­nen­ver­kehr sechs Tage lang lahm­zu­le­gen. Die Nati­on zeigt sich geschockt: Der Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter hat null Ver­ständ­nis"; die Öffent­lich­keit hetzt gegen die Strei­k­lust" der GDL, rech­net einen volks­wirt­schaft­li­chen Scha­den in Mil­li­ar­den­hö­he vor und lässt Pend­ler am Bahn­steig von ihrer Betrof­fen­heit durch die­se uner­hör­te Stö­rung des kapi­ta­lis­ti­schen All­tags berich­ten.

Wenn Deutsch­land in Gei­sel­haft" einer Gewerk­schaft ist, glatt zeit­wei­lig Geschäft im grö­ße­ren Stil geop­fert wird zuguns­ten schnö­der Lohn­in­ter­es­sen statt anders­her­um, wie es sich gehört, lan­det die öffent­li­che Bericht­erstat­tung eben­so wie Regie­rungs- und Oppo­si­ti­ons­ver­tre­ter ziel­ge­rich­tet bei der Fra­ge: Kann sowas erlaubt sein?! Oder müss­te da nicht das Streik­recht ver­schärft wer­den, um wie­der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit" zu gewähr­leis­ten? Der Kanz­ler stellt klar: ja, ist es. Die Koali­ti­ons­frei­heit gehört zu den Frei­hei­ten, die in unse­rem Grund­ge­setz so fest gere­gelt sind, dass sie nicht ein­fach abge­schafft wer­den kön­nen". Und meint das kei­nes­wegs als Unter­stüt­zung der GDL, son­dern mahnt zur Mäßi­gung der Lok­füh­rer. Das soll­te zu den­ken geben.

  • Was ist das für eine untaug­li­che Ein­kom­mens­quel­le, mit der die Lok­füh­rer ihren Lebens­un­ter­halt bestrei­ten und sich dabei immer wie­der zum Auf­stand her­aus­ge­for­dert sehen?

  • Was ist von dem gewerk­schaft­li­chen Kampf der GDL zu hal­ten, der für Wert­schät­zung" und Gerech­tig­keit" ein­tritt und sich dabei offen­bar nie über­flüs­sig macht?

  • War­um zie­hen GDL und EVG nicht an einem Strang als zwei Ver­tre­ter von Arbeiterinteressen?

  • Was ist von einem Staat zu hal­ten, der den gewerk­schaft­li­chen Kampf so für­sorg­lich betreut, dass er sogar Ver­fas­sungs­rang genießt? Und war­um wird mit dem Tarif­ein­heits­ge­setz nachgeschärft?