Wer hat Angst vor Gender Studies?

erstellt von Cornelia Goethe Centrum — zuletzt geändert: 2019-03-27T21:39:20+00:00
Über Feminismus, Gender und die Zukunft der Geschlechterforschung in neo-reaktionären Zeiten. Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Sabine Hark, Technische Universität Berlin.
  • Wann 24.04.2019 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1.G191
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Dass die Geschlechterdifferenz nicht auf ein asoziales, ahistorisches Faktum reduziert werden kann, ist eine bekannte und vielfach erforschte Einsicht der multidisziplinären Gender Studies. Der Vortrag geht der Frage nach, welche Akteur*innen in welcher Weise und mit welchen Absichten Gender als Begriff und Konzept ausdrücklich ablehnen, attackieren und zu diffamieren suchen.

Wie Analysen zeigen, sind es vor allem rechtspopulistisch, autoritäre Konstellationen, die gegen den vermeintlichen "Genderwahn" zu Felde ziehen. Mit der Chiffre 'Anti-Genderismus' hat sich ein Diskurs formiert, der nicht nur viele, durchaus heterogene, Konstellationen zwischen rechtsextremen Kameradschaften über rechtskonservative Verbindungen und Parteien und dem Vatikan bis hin zum bürgerlichen Feuilleton verbindet, sondern der auch als neo-fundamentalistisch und explizit anti-wissenschaftlicher Diskurs zu bezeichnen ist. Jene, die die diffamierende Rede führen, haben dabei durchaus verstanden, was der gender turn impliziert, nämlich in der Tat ein gestaltungsoffenes Verständnis von Geschlecht.

Hier artikulieren sich 'Feinde der offenen Gesellschaft'. Anti-Wissenschaftlichkeit wird als Element eines Dispositivs identifizierbar, das im Kern demokratiefeindlicher Natur ist.

Die Vortragsreihe Gender unter Druck. Geschlechterpolitiken in Europa veranstaltet das Cornelia Goethe Centrum in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität und der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen.

Eröffnet wird die Reihe mit einem Grußwort von Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, und Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt.

Der Eintritt ist frei