Autonome Demosanis Frankfurt zur Demonstration "Tag der Wut" am 1. Mai

erstellt von Autonome Demosanis Frankfurt — zuletzt geändert: 2021-05-04T17:36:27+02:00
Als Autonome Demosanis Frankfurt waren wir Teil der Demonstration „Tag der Wut" anlässlich des 01. Mai 2021 in Frankfurt am Main. Als Struktur, die am vergangenen Samstag die Demonstration eng begleitet hat, kritisieren wir die unverhältnismäßige Polizeigewalt, die potentiell tödliche Verletzungen produzierte, sowie die Verbreitung von bewusst falschen Informationen durch die Polizei Frankfurt.

Die Demonstration startete um 18 Uhr an der Alten Oper und führte, stellenweise untermalt von Pyrotechnik, durch die Innenstadt. Sie verlief bis kurz vor dem Endpunkt ohne größere Zwischenfälle. Beim Eintreffen der Demonstration am Ort der Abschlusskundgebung am Saalbau Gallus wurden die Teilnehmer*innen anlasslos von der Polizei angegriffen.

„Das Vorgehen der Polizei war komplett unverhältnismäßig", so Laura, Intensivpflegerin und Teil der Autonomen Demosanis. Laura berichtet: „Teilnehmer*innen wurden mit massiver Gewalt am Ort der Abschlusskundgebung angegriffen, ohne einen erkennbaren Anlass oder vorheriger Durchsagen der Polizei."

Die Polizist*innen gingen unter anderem mit Teleskopschlagstöcken, Pfefferspray, Fäusten und Tritten wahllos gegen anwesende Personen vor. Es kam zu vielen schweren und einigen schwersten Verletzungen am Kopf, im Gesicht sowie an Extremitäten und dem Oberkörper.
Laura schildert ihre Eindrücke der Gewalt von der Polizei: „Durch die gezielte Anwendung von Metallschlagstöcken gegen Köpfe der Demonstrant*innen seitens der Polizei kam es zu mindestens 2 Schädel-Brüchen und weiteren schweren offenen und geschlossenen Kopfverletzungen. Wir mussten Personen mit Brüchen und Hämatomen an Armen, Händen und Beinen versorgen, es gab unzählige Aktivist*innen, die durch den Einsatz von Pfefferspray nichts mehr sehen konnten."

„Es ist nicht unüblich, dass Aktivist*innen auf linken Demonstrationen durch Polizeigewalt verletzt werden. Dass Demonstrant*innen aber damit rechnen müssen, mit schwersten Verletzungen in der Klinik versorgt oder im schlimmsten Fall getötet zu werden, ist eine Dimension, wie wir sie seit längerem in Frankfurt nicht mehr erleben mussten", so Laura. Weiter beschreibt sie aus ihren Erfahrungen von vergangenen Samstag: „Gewalt, die in anderen Lebensbereichen klar als versuchter Totschlag gewertet werden würde, scheint hier als polizeiliche Einsatztaktik legitimiert zu werden.

Hinzu kommt, dass wir durch die Polizei massiv in unserer Arbeit behindert wurden. Einsatzkräfte ließen uns nicht zu Verletzten durch, schlugen während unseren Versorgungen weiter auf Menschen in unmittelbarer Umgebung ein und schubsten sie auf uns. Auch der Abtransport von Schwerverletzten wurde durch anwesende Polizist*innen verzögert."

Die Berichte der Polizei in den sozialen Medien und einer Montag veröffentlichten Pressemitteilung sind schlicht falsch. „Mit einer solchen Polizeitaktik und der Verbreitung von falschen Behauptungen macht sich die Polizei zum politischen Akteur, der sich in Form von Übergriffen auf linke Demonstrationen und Aktivist*innen sowie der Delegitimierung von linkem Protest in der Öffentlichkeit klar positioniert.", kritisiert Laura das Verhalten der Polizei.

„Der letzte Samstag setzt die Reihe der Skandale innerhalb der hessischen Polizei fort, um mit den Übergriffen in Sachsenhausen letzten Sommer, antisemitischen und rassistischen Vorfällen und der Durchsetzung von Querdenken-Aufmärschen nur einige zu nennen. Es muss Konsequenzen für beteiligte Beamt*innen genauso wie für Peter Beuth und Gerhard Bereswill als politische Verantwortliche geben." fordert Laura.

Pressemitteilung 4.5.2021