Conti, jetzt gibt’s contra! Das gilt auch für Vitesco.

erstellt von IG Metall Frankfurt/M. — zuletzt geändert: 2020-09-22T12:13:43+01:00
Die Gewerkschaften verlangen, dass Conti davon Abstand nimmt, die coronabedingte Unterauslastung durch zusätzliche Verlagerungen in Niedriglohnländer zu verschärfen.

Am Mittwoch, den 23. September findet in Frankfurt ein Treffen des Konzernbetriebsrates statt zu dem auch die Arbeitsdirektorin Ariane Reinhart zugeschaltet wird. Dort soll das weitere Vorgehen angesichts der massiv verschärften Pläne zum Personalabbau im Konzern besprochen werden. Die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE haben massiven Widerstand angekündigt. Um dies deutlich zu machen wird eine Aktion an der Frankfurter Hauptwache und der Börse um 5 Minuten vor 12 durchgeführt, um dem Vorstand klar zu machen, dass Alternativen möglich und sinnvoll sind.

Dabei beteiligen sich Delegationen aus Standorten aus dem Rhein Main Gebiet (Babenhausen, Karben, Schwalbach, Rödelheim) und darüber hinaus (Rheinböllen, Aachen, Bebra, Mühlhausen). Der Konzernbetriebsrat wird vollständig bei der Kundgebung anwesend sein. Ebenfalls angekündigt haben sich Francesco Grioli vom geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE und Michael Rudolph, der DGB Landesvorsitzende.

Am Montag, den 21. September um 12 Uhr hatte die IG Metall zu einer „aktiven Mittagspause“ am Standort Schwalbach von Vitesco aufgerufen. (Vitesco gehört zu 100% Conti.) Dabei haben die Beschäftigten die „Firmenwerte“ von Continental symbolisch in einen Müllcontainer entsorgt. „Vertrauen, Verbundenheit, Freiheit und Gewinnermentalität“ sind genau das Gegenteil von dem was der Conti Vorstand gerade durchsetzen will. Es hatte sich bei den Verhandlungen um den geplanten Abbau von 178 Arbeitsplätzen herausgestellt, dass der Abbaubedarf ohne Kurzarbeit noch deutlich größer wäre. Das erhöht die Unsicherheit am Standort Schwalbach deutlich.

Der Bürgermeister von Schwalbach Alexander Immisch hat angekündigt, alle Fraktionen ins Stadtparlament einzuladen und um Information über die Lage und Handlungsmöglichkeiten zu geben. Dies hatte der Bürgermeister von Karben Guido Rahn bereits gemacht. Der Oberbürgermeister von Frankfurt Peter Feldmann hat ebenfalls Unterstützung zugesagt. Mit den Landesregierungen sind die Gewerkschaften im Gespräch. Die Unterstützung ist parteiübergreifend.

Die Gewerkschaften verlangen, dass Conti davon Abstand nimmt, die coronabedingte Unterauslastung durch zusätzliche Verlagerungen in Niedriglohnländer zu verschärfen. Statt dessen gelte es mit Innovation Beschäftigung zu generieren und die Beschäftigten bei der Transformation mitzunehmen. Zur Bewältigung von Unterauslastung gebe es genügend Instrumente zur Überbrückung, die der Gesetzgeber und die Tarifparteien bereitgestellt haben. Andere Konzerne wie ZF oder Bosch gehen einen solchen Weg. Es ist nicht einzusehen, dass so etwas bei Conti nicht geht, nur weil die Anteilseigner des börsenorientierten Unternehmens Rendite sehen wollen. Das wollen die Gewerkschaften mit einer Aktion an der Börse deutlich machen. Dabei sollen auch die nicht gelebten „Firmenwerte“ gewürdigt werden.

IG Metall Geschäftsstelle Frankfurt am Main, 22. September 2020