Nettonull-Emission bis 2035 !

erstellt von People for Future Frankfurt am Main — zuletzt geändert: 2019-07-04T10:01:17+00:00
Offener Brief an DIE GRÜNEN

Liebe Ska Keller,
liebe Annalena Baerbock,
lieber Sven Giegold,
lieber Robert Habeck,

herzlichen Glückwunsch zum historischen Erfolg von über 20% bei der Europa-Wahl 2019! Der Klimaschutz wurde Dank der Fridays for Future (FFF)-Bewegung der Schüler*innen und der weiteren unterstützenden For Future-Bewegungen, wie die der Wissenschaftler*innen Scientists for Future (SFF) und der Eltern/Erwachsenen Parents for Future (PFF), als dominierendes Thema auf die Agenda einer breiten politisch-gesellschaftlichen Diskussion gesetzt. Nicht nur, aber vor allem junge Wähler*innen haben Dank dieser Bewegung grün gewählt und die regierenden Koalitionsparteien für ihre Jahrzehnte klimafeindliche Politik abgestraft. Dieser Wahlsieg, Platz zwei bei der Europawahl, ist ein großes Geschenk und ein grandioser Vertrauensvorschuss der Wähler*innen an Die Grünen, und dies obwohl die Partei in vielen Fällen eine klimafeindliche Politik in der Bundesrepublik mitgetragen hat und mitträgt, und aktuell laut eigener Angaben folgende zwei der insgesamt sechs Forderungen der Schüler*innen und Wissenschaftler*innen mit ihrem Programm nicht erfüllt:

Nettonull-Emission bis 2035
Deckung des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien bis 2035

Die Ablehnung dieser Forderungen spricht gegen einen echten und konsequenten Klimaschutz! Diese Forderungen werden nach Einschätzung der verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen der SFF auf der Basis gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse und unzähliger Studien und Veröffentlichungen nicht nur als berechtigt und gut begründet unterstützt, sondern auch als umsetzbar angesehen.

Sowohl FFF als auch SFF und PFF sind sich bewusst, dass die Erfüllung dieser Forderungen eines schnellen und ambitionierten Handelns bedarf. Die Vision, durch eine sozial-ökologische Wend!e eine nachhaltige Gesellschaft zu schaffen, ist für uns jedoch nicht verhandelbar! Es ist nicht hinnehmbar, dass Die Grünen dieser Vision nicht ganz folgen und die Forderungen als nicht umsetzbar abtun! Die Antworten Der Grünen auf die Forderungen der FFF sind mutlos und lassen Ambitionen vermissen. Die Wissenschaftler*innen von SFF sind sich einig, dass es durchaus „belastbare und umsetzbare Szenarien gibt“, um eine Nettonull-Emission bis 2035 zu erreichen. Das gleiche gilt für die Deckung des gesamten Energiebedarfs durch erneuerbare Energien bis 2035. Auch hier handelt es sich nicht um „vollmundige politische Versprechen, die dann nicht eingehalten werden“, sondern um zwar ambitionierte, aber durchaus umsetzbare Ziele, die durch dringendst notwendige Maßnahmen erreicht werden können und müssen, damit unsere Kinder noch eine lebenswerte Zukunft haben. Das einzige, was bisher gefehlt hat, ist der durch die Lobbyisten der Großkonzerne massiv beeinflusste politische Wille.

Wir PFF Frankfurt fordern Die Grünen auf, sich des Wahlgeschenkes der Fridays for Future- Bewegung würdig zu zeigen; die Wissenschaftler*innen zu Rate zu ziehen und eine mutige Politik zur Erreichung der ambitionierten, aber absolut unverhandelbaren Ziele dieser Bewegung zu eigen zu machen!

Wir fordern Die Grünen auf, keine der Parteien zu unterstützen, welche mit ihrer seit Jahrzehnten betriebenen verheerenden Politik uns und die Welt in die jetzige Lage versetzt haben. Uns fehlt die Fantasie, welche inhaltlichen Gemeinsamkeiten die Spitzenkandidatin der europäischen Grünen, Ska Keller als „Königmacherin“ mit der CDU/CSU meinen könnte, wenn sie sagt, dass Die Grünen die Wahl von Manfred Weber (CSU) zum EU-Kommissionspräsidenten nicht ausschließen. Sie kündigte an, mit allen Parteien reden zu wollen, und um Weber zu wählen, sollten die Inhalte stimmen. Wir möchten Die Grünen gerne daran erinnern, für welche Politik die Union aus CDU/CSU steht, und dass diese verheerende Politik bisher immer den Klima- und Umweltschutz aktiv blockiert hat, da Konzerninteressen und Profite für diese beiden Parteien die höchste Priorität haben.

Wir fordern Die Grünen zum radikalen Wandel zu einer Politik auf, die frei von Standortlogik zugunsten der Bundesrepublik Deutschland und auf Kosten anderer Länder gedacht wird.

Wir unterstützen die Forderung von FFF: „In dieser Politik muss sich der Gedanke der Klimagerechtigkeit widerspiegeln. Entscheidungen, die zu Lasten ärmerer Regionen und künftiger Generationen getroffen werden, sind inakzeptabel.“ Inakzeptabel ist daher auch die Aussage von Annalena Baerbock beim „Tag der Deutschen Industrie“, wenn sie sagt: „Wir sollten Klimaschutz so nutzen, dass wir uns hier einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.“ Unser Planet wird immer heißer und die Zeit rennt! Der Siegeszug der Klimabewegung muss bei den Grünen zu einem radikalen Umdenken führen und den Start für eine andere Politik einleiten, die das 1,5 Grad-Ziel strikt einhält!

Wir freuen uns auf eine Reaktion und stehen für ein Gespräch jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

People for Future Frankfurt am Main

Frankfurt am Main, 02.07.2019

Kontaktadresse:www.parentsforfuture.de/frankfurt www.peopleforfuturefrankfurt.de