Polizei entreißt Kinder von Roma-Familie

erstellt von zusammen e.V. — zuletzt geändert: 2019-12-11T11:03:32+01:00
Das Jugendamt weigert sich nun, die Kinder auszuhändigen.

Am 05.Dezember 2019 wurden Mitglieder unseres Vereins Zeugen eines brutalen Polizeiübergriffs gegen eine Roma-Familie an der Hauptwache. Der Familie wurden ihre Kinder entrissen, angeblich wegen Kindeswohlgefährdung. (siehe Bericht https://zusammen-ev.de/2019/12/polizei-entreisst-kinder-von-roma-familien/)

Wir protestieren vehement gegen dieses menschenfeindliche, diskriminierende und brutale Vorgehen. Weder den Kindern, noch der Familie ist damit geholfen.

„Die Familie hat uns gegenüber glaubwürdig beteuert, dass sie überhaupt nicht wusste was und warum ihnen die Kinder weggerissen wurden.“, berichtet Aitak Barani, ein Mitglied unseres Vereins. „Auf mehrfacher Nachfrage und mit Übersetzung hat die Familie uns gegenüber erklärt, dass sie nichts Schriftliches in der Hand hatte, außer eine Visitenkarte der VGF, wo die Nummer des Jugendamtes regelrecht gekritzelt stand.“ (siehe Foto in unserem Bericht)

Wir haben uns an den Förderverein Roma gewendet, um mehr Informationen zu erhalten und sind mit der Familie gemeinsam dort in die Beratung gegangen. Dort sind solche Fälle schon bekannt.

Dieser Fall ist aber auch neu: Das sonst übliche Vorgehen der Ämter, Romafamilien ihre Kinder wieder auszuhändigen, wenn sie Deutschland verlassen, soll es in diesem Fall nun nicht geben. Das Jugendamt möchte in Zusammenarbeit mit den Behörden in Bratislava die Lebensverhältnisse der Eltern in der Slowakei prüfen.

Wir fragen uns, ob die Behörden in Frankfurt sich jetzt ernsthaft mit der Situation der Roma in der Slowakei befassen möchten oder ob es hier nur darum geht, den Druck auf Roma zu erhöhen, indem man die Kinder für längere Zeit entzieht. Dass die Familie in der Slowakei in bitterer Armut lebt, liegt auf der Hand. Wir fragen uns desweiteren, ob das Jugendamt das brutale und traumatisierende Vorgehen gegen die Familie und auch gegen die Kinder mit dieser fadenscheinigen Sorge um das Kindeswohl begründet. Wir alle wissen, dass es ohne weiteres möglich wäre, Romafamilien in Notunterkünfte unterzubringen. Und wir wissen auch, dass die Stadt Frankfurt das nicht macht, weil es ihrer Vertreibungspolitik widerspricht.

Wir fordern die sofortige Zusammenführung der Familie.

Wir fordern die Unterbringung der Familie in einer familiengerechten Notunterkunft.

Wir fordern eine Untersuchung des Polizeieinsatzes gegen die Familie am 5. Dezember an der Hauptwache.

Wir fordern das Ende der Vertreibungspolitik der Stadt Frankfurt.

zusammen e.V., Pressemitteilung, 11. Dezember 2019