Die Novemberpogrome 1938 in Frankfurt

erstellt von AStA Universität Frankfurt — zuletzt geändert: 2019-10-26T18:11:04+00:00
Vortrag, Film & Gespräch mit Heike Drummer (Jüdisches Museum Frankfurt) und Heiko Arendt.
  • Wann 11.11.2019 ab 18:30 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 311
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 und in den darauffolgenden Tagen erschütterte Frankfurt am Main wie das gesamte Deutsche Reich nazistischer Terror gegen Juden. Synagogen, Betstuben und Einrichtungen der jüdischen Gemeinden brannten, Jüdinnen und Juden wurden auf den Straßen beleidigt, tätlich angegriffen, verletzt, erschlagen. SS-Leute und Beamte der Geheimen Staatspolizei verhafteten etwa 3.000 Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren, verschleppten sie zur Frankfurter Festhalle und von dort via Südbahnhof gewaltsam in die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau.

Marodierender Mob verwüstete Häuser, Wohnungen, Schulen und Geschäfte. Die Zeil mit den großen Warenhäusern habe einem Scherbenmeer geglichen, so wird erzählt. Polizei und Feuerwehr sahen dem Furor mehr oder weniger tatenlos zu. Weit mehr Verfolgte als zuvor entzogen sich den demütigenden Qualen durch Suizid. In der Not setzte eine Massenflucht aus Frankfurt ein. Umgekehrt kamen Tausende Jüdinnen und Juden aus der hessischen Region in die Main-Metropole, um in der Anonymität der Großstadt Schutz zu suchen.

In einem Vortrag beleuchtet die Historikerin Heike Drummer (Jüdisches Museum Frankfurt) den Ablauf der Novemberpogrome und deren zeitliches Umfeld.

Im Anschluss präsentiert der Frankfurter Fotograf und Regisseur Heiko Arendt seinen Kurzfilm:

JULIUS MEYER, NOVEMBER 1938 (D 2019, Farbe und s/w, 25 Min., Sprecher: Jochen Nix).
Der Film widmet sich der Verhaftung von Rechtsanwalt und Notar Dr. Julius Meyer während der Novemberpogrome 1938 in Frankfurt. Darüber legte Meyer 1940 im Londoner Exil schriftlich Zeugnis ab. In dem Bericht erzählt er von der willkürlichen Festnahme in seiner Wohnung, der Busfahrt zur Festhalle, den Schikanen und Demütigungen an diesem gefängnisgleichen Sammelplatz bis hin zum Transfer an den Südbahnhof.