Film: Der zweite Anschlag

erstellt von Kinothek Asta Nielsen e.V. — zuletzt geändert: 2019-11-29T21:21:00+01:00
von Mala Reinhardt (D 2018, 62 min, dt./türk.O.m.engl.U). „Es geht um uns“, sagt Ibrahim Arslan, der bei den Brandanschlägen in Mölln 1992 Großmutter, Cousine und Schwester verlor und selbst überlebte.
  • Film: Der zweite Anschlag
  • 2019-12-09T18:45:00+01:00
  • 2019-12-09T23:59:59+01:00
  • von Mala Reinhardt (D 2018, 62 min, dt./türk.O.m.engl.U). „Es geht um uns“, sagt Ibrahim Arslan, der bei den Brandanschlägen in Mölln 1992 Großmutter, Cousine und Schwester verlor und selbst überlebte.
  • Wann 09.12.2019 von 18:45 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Harmonie Kino, Dreieichstr. 54
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Treffender lässt sich die Agenda des Dokumentarfilms „Der zweite Anschlag“ von Mala Reinhardt kaum beschreiben. Reinhardt verleiht Menschen, die rassistisch motivierte Gewalttaten erlebt haben, durch ihren Film Sichtbarkeit. Sie lässt Personen zu Wort kommen, die über ihren Umgang mit Angst, Trauer, Wut und falschen Verdächtigungen durch die Polizei sprechen sowie über das Gefühl, nur bei Jubiläen von einer breiteren Bevölkerung und Medienlandschaft wahrgenommen zu werden.

Der immer noch fehlenden Aufklärung einer Vielzahl rechter Verbrechen setzt der Film Momente der Solidarisierung von Betroffenen entgegen. Gerade in der Konzentration auf die Opfer, ihre Geschichten und ihre Kritik an der medialen Berichterstattung verweist der Film sein Publikum permanent auf sich selbst zurück. Warum sind all diese Namen und Gesichter unbekannt? Was bedeutet dieses Unwissen? Das „uns“, von dem Arslan spricht, das sind auch die Zuschauenden.

Der zweite Anschlag thematisiert deutsche Erinnerungskultur als eine problematische, zynische Geschichte des Widerstrebens, sich ernsthaft mit strukturellem Rassismus beschäftigen zu wollen. (Anne Küper, critic.de, 2018)

Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin.