Film: Im Namen des Fortschritts. Kein Respekt vor heiligen Kühen …

erstellt von EPN Hessen — zuletzt geändert: 2021-10-09T19:03:57+01:00
Entwicklungspolitische Film- und Diskussionsreihe fern:welt:nah 11
  • Wann 25.10.2021 von 19:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Haus am Dom, Domplatz 3
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Dokumentarfilm (1976) von Gordian Troeller und Marie-Claude Deffarge.

Anschl. Gespräch mit Prof. Dr. Marianne Gronemeyer.

Vor 50 Jahren setzte sich Ivan Illich, Vordenker der Postwachstumsökonomie, kritisch mit den „Segnungen“ des modernen Fortschritts auseinander, mit denen die „Entwicklungsländer“ bedacht werden sollten.

Anfang der sechziger Jahre gründete der gebürtige Wiener Ivan Illich zusammen mit der Belgierin Valentine Borreman im mexikanischen Cuernavaca das „Centro Intercultural de Documentacion“, das CIDOC. Ziel des Instituts war, die kulturellen und gesellschaftspolitischen Institutionen der Industrienationen auf ihre Werte hin zu untersuchen. Dabei stand die Frage im Vordergrund, was der sogenannte Fortschritt und die industrielle Produktionsweise der Menschheit wirklich gebracht haben.

Untersucht wurden unter anderem die Auswirkungen von Schule, Verkehr, Technik und Medizin auf den Menschen. Hauptsächlich prangert Illich die Anmaßung an, mit der die Industrienationen die sogenannte Dritte Welt zwingen, den gleichen Weg von Entwicklung einzuschlagen, wie sie selbst. So sieht er auch in der Entwicklungshilfe eine neue Form des Kolonialismus. Die Menschen der Dritten Welt werden nicht mehr mit Waffengewalt gezwungen, sich in den Dienst der Industrienationen zu stellen, sondern süchtig gemacht nach deren Erzeugnissen und Institutionen.

Im Lauf der Jahre hat sich das Institut zu einer Art Volksuniversität entwickelt, und mehr als 20.000 Menschen aus verschiedenen Ländern und Zusammenhängen haben an Seminaren und Veranstaltungen teilgenommen. Der Film entstand kurz vor der Schließung des CIDOC.

Host: Initiativgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Rhein-Main

Anmeldung erforderlich: cristina.valdivia@epn-hessen.de

Eintritt frei