*ONLINE* Die Drohnenkriege

erstellt von Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern — zuletzt geändert: 2020-05-12T12:27:55+02:00
Vom Krieg gegen den Terror zu den Roboterkriegen der Zukunft? Livestream Vortrag und Diskussion
  • Wann 19.05.2020 von 19:00 bis 21:00 (Europe/Berlin / UTC200)
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Die Drohnenkriege sind Ausdruck einer rasanten Entwicklung: vom «weltweiten Krieg gegen den Terrorismus» nach dem 11. September 2001 (Anschläge World Trade Center) zur Kriegsführung der Zukunft. Einer Zukunft, die gelegentlich der Science Fiction zu entstammen scheint, in der die Roboter die schmutzigen Kriege der Menschen kämpfen und sich schließlich gegen ihre Schöpfer*innen erheben. Letzteres liegt noch längst nicht im Bereich des Möglichen, Wege zur Erschaffung autonomer Kampfroboter werden allerdings bereits beschritten.

Kampfdrohnen sind zu einem vielbeachteten Phänomen geworden. Ihr kriegerischer Einsatz reicht bis zum Ersten Weltkrieg zurück, bei dem sie als unbemannte Doppeldecker mit tödlicher Bombenfracht (Kettering Bug) zum Einsatz kamen. Ihren Durchbruch erlebten die Drohnen, als nach den Debakeln der Weltmächte in Vietnam und in Afghanistan asymmetrische Kriege zunahmen und der Fortschritt in der Informationstechnik die Steuerung und Datenauswertung nahezu in Echtzeit ermöglichte. Mit dem «globalen Krieg gegen den Terrorismus» nach 9/11 verlor die Drohnentechnologie endgültig ihr Nischendasein.

Der Einsatz ferngesteuerter und unbemannter Fluggeräte veränderte das Gesicht der modernen Kriegsführung. Die rechtlichen und politischen Probleme dieser Form der verdeckten Kriegsführung sind allerdings schwerwiegend, schließlich handelt es sich um eine Form außergerichtlicher Hinrichtung auf Verdachtsgrundlage. Ein neues Wettrüsten ist in Gang gesetzt, in dem relativ unabhängig agierende Killerroboter entwickelt werden. Internationale Institutionen und Normen sowie humanitäre Rechtsordnungen erodieren beschleunigt unter dem Druck der automatisierten Kriegsführung.

Zum Referenten:
Norbert Schepers, Politikwissenschaftler, Leiter des Bremer Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung (sowie Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Initiative, der Bremer Landesstiftung der RLS). Jahrgang 1968, zwei Söhne. Ihn interessieren unter anderem Zusammenhänge von Technik und Gesellschaft; in den letzten Jahren war er mit einer Vortragsrundreise zum Thema Drohnenkrieg unterwegs.

Eine Kooperationsveranstaltung des Kurt-Eisner-Vereins / Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern und der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen.

Die Veranstaltung wird über Facebook-Live übertragen: www.facebook.com/kurteisner.verein/live/ Über den Link kann die Veranstaltung im Stream angesehen werden, auch ohne einen eigenen Facebook-Account zu haben. Fragen können über die Chat-Funktion gestellt werden.